Am 06. Oktober 2026 hatten die Digtiallotsen wieder zum Lerntreff eingeladen. Es war der 25. – ein kleines Jubiläum. Und so freute sich Digitallotse und Ortsbürgermeister Christian Wüstefeld bei seiner Begrüßung, dass es gelungen sei, dieses Projekt der Lerntreffs nachhaltig zu etablieren. Er dankte den Digtallotsen für ihr Engagement und ihre Treue. Wüstefeld: „Es wäre schön, wenn dieses Projekt als Leuchtturm ausstrahlt und es auf alle Orte in unserer Region ausgerollt werden könnte.“
Bevor Wüstefeld das Wort an den Digitallotsen Thilo übergab, wies er darauf hin, dass dies heute keine Werbeveranstaltung für Online-Apotheken im Internet sei. Es gab im Vorfeld einige kritische Äußerungen über das Tagesthema. Die Teilnehmer hatten sich dieses Thema gewünscht und der Lerntreff wolle nur Informationen und die Funktionsweise der verschiedenen Apps und webportale vorstellen. Die hiesigen lokalen Apotheken sollen in keiner Weise dadurch Schaden erleiden – ganz im Gegenteil.
Sodann führte Thilo Kröning in das Thema ein und lies nochmals die Inhalte des letzten Lerntreffs Revue passieren. Wüstefeld erinnerte nochmals an den Aufbau des Internets: ausgegangen von dem kleinen lokalen Netzwerk (LANs) mittels Switche über die Verbindung durch Router zu größeren (weiten) Netzwerken (WANs) und schließlich durch die großen Datenautobahnen wie Überseekabel durch die Ozeane zu dem weltumspannenden Netzwerk – dem Internet.
Dann stellte Thilo die Fragen in den Raum: Was kann die Online-Apotheke? Was bringt sie mir? Worauf muss ich achten?

Die Online-Apotheke funktioniert grundsätzlich wie eine normale Apotheke, wobei die Bestellung über den Computer, Tablet oder Smartphone erfolgt. Man suche das gewünschte Medikament aus und bestelle es. Auch verschreibungspflichtige Medikamente können online bestellt werden, wenn ein gültiges Rezept bzw. E-Rezept vorliegt.
Die Online-Apotheke prüft dann die Bestellung und verpackt die Medikamente, die dann per Paketdienst nach Hause geliefert werden.
Danach wurde die Frage beantwortet: wie funktioniert ein E-Rezept?
● Der Arzt oder die Ärztin erstellt das Rezept am Computer aus und signiert es mit einer elektronischen Unterschrift.
● Die Daten werden sicher auf einem zentralen Server gespeichert (dem E-Rezept-Fachdienst).
● Sie benötigen keinen Zettel mehr, um Ihr Medikament zu bekommen
Wie wird es eingelöst?
● Elektronische Gesundheitskarte (eGK): Sie stecken Ihre Krankenversicherungskarte in das Lesegerät der Apotheke.
● E-Rezept-App: Sie nutzen die offizielle App der Gematik auf Ihrem Smartphone. Dort zeigen Sie einen QR-Code vor.
● Papierausdruck: Sie lassen sich in der Arztpraxis einen Zettel mit einem Code ausdrucken. Diesen Code zeigen Sie in der Apotheke vor.
Dann wurden die Apps „Shop Apotheke / neu Redcare“ und „DocMorris“ vorgestellt. Dabei wurden die typischen Funktionsweisen erklärt und folgend die Vor- und Nachteile verdeutlicht.
Alle Teilnehmer waren sich einig, dass diese Online-Apotheken klare Nachteile gegen die Apotheken vor Ort haben und diese nicht verdrängen würden.

Ein wesentlicher Vorteil der lokalen Apotheke besteht in der persönlichen individuellen fachkompetenten Beratung und Hinweise auf Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und die richtige Dosierung. Auch wenn man dringend ein Medikament brauche – vielleicht noch heute Abend, sei die Apotheke vor Ort einfach praktischer.
Danach wies der Digitallotse Thilo Kröning auf Warnhinweise hin:
Finger weg, wenn
❌ Medikamente ohne notwendiges Rezept angeboten werden
❌ der Anbieter keine nachvollziehbare Adresse hat
❌ das Sicherheitslogo fehlt oder nicht zum offiziellen Register führt
❌ Medikamente extrem billig angeboten werden
❌ mit „Wundermitteln“ oder Heilversprechen geworben wird
❌ keine ordentliche Verpackung bzw. kein Beipackzettel vorhanden ist
❌ ungewöhnliche Zahlungsmethoden verlangt werden.

Zum Schluss stellte Thilo das Online-Portal „gesund.de“ vor. Das ist nicht enfach nur eine klassische Versandapotheke. Die Idee dahinter sei: eine Kombination von digitaler Bestellung und Apotheke vor Ort.
Man kann beispielsweise:
● eine Apotheke in der Nähe auswählen
● Medikamente über die App bestellen
● E-Rezepte einlösen
● Medikamente in der Apotheke abholen
● sich Medikamente – wenn die Apotheke das anbietet – nach Hause bringen lassen
● eine Stammapotheke speichern
● an die Einnahme von Medikamenten erinnert werden
Digitallotse Christian Wüstefeld teilte hierzu Flyer von „gesund.de“ aus und vertiefte die Funktionsweise. Die App kann man im Playstore (Android) oder Appstore (Apple) herunterladen und installieren.
Nach der Anlage und Registrierung eines Kundenkontos kann die eigene Stammapotheke ausgewählt und hinterlegt werden. Über eine Medikametensuchfunktion per Eingabe oder per Scan eines Codes oder aber durch Scan der elektronischen Gesundheitskarte per NFC-fähigem Smartphone, wenn von der Arztpraxis ein E-Rezept ausgestellt ist, kann das gewünschte Medikament ausgewählt und bestellt werden.

Durch Aktivierung der Push-Benachrichtigungen erhalte man Informationen über Vorrätigkeit oder Lieferstatus. Und wenn man auch die Lieferung mit seiner Apotheke vereinbart hat, dann bringe der „Uli“ oder der „Robert“ das Medikament auch nach Hause.
Weitere Möglichkeiten und Benefits in der App sind die Suchfunktionen nach Ärzten und zwar nach Kategorien sortiert und nach Sanitätshäusern. Auch ein Medikamentenplan kann angelegt oder eingescannt werden. Dann erhält man sogar Erinnerungen ans Einnehmen per Smartphone.
Auch die lokalen Apotheken betreiben also die Digitalisierung und entwickeln sich weiter – kundenorientiert und kundenfreundlich!
Bevor man die großen Online-Anbieter wie „ShopApotheke“, „Doc Morris“ oder bald Rossmann und Amazon vermehrt nutze, solle man doch eher unseren lokalen Apotheken vor Ort die Chance geben und den Fortbestand sichern, so empfiehlt Wüstefeld.
Bilder und Text von Christian Wüstefeld